Women Empowerment

Frau mit Grafik-Muskelarmen

Viele Unternehmen wünschen sich mehr Weiblichkeit – in der Führungsriege als auch im strategischen Denken. Hinzu kommen etwa verpflichtende Frauenquoten, die jedoch ein Grundthema nicht lösen: Trotz Quote machen am ehesten diejenigen Frauen Karriere, die sich den männlich geprägten Rahmenbedingungen angepasst haben. Was also tun für wirkungsvolles Women Empowerment? Dieser Frage stellten wir uns beim dritten Diversity Breakfast am 17. Juni 2021.

Zum interaktiven Einstieg führte Daniela Ekl mit rund 100 Teilnehmenden einen Gender-Privilegientest durch, um (oft unbewusste) Vorrechte bzw. Benachteiligungen spürbar zu machen. Auch in dieser Runde zeigte sich klar: Frauen können ihre Privilegien locker an einer Hand abzählen. Ein Drittel der teilnehmenden Frauen stimmte maximal einer Aussage des Tests zu, ein weiteres Drittel maximal drei. Die wenigen teilnehmenden Männer stimmten bis zu acht Aussagen zu. Dieser Test legt Privilegien offen, die für die meisten Männer selbstverständlich sind. Privilegien über die kaum nachgedacht und daher auch nicht gesprochen wird. Genau das ist ein wesentlicher Ansatzpunkt für wirksame Frauenförderung.

Im Impulsvortrag „Women Empowerment kritisch betrachtet – welche Fehler wir nicht machen sollten“ empfahl Peter Rieder, die Rahmenbedingungen zu hinterfragen und an den Normen herumzuschrauben anstatt (nur) die Frauen zu fördern. Wirksames Women Empowerment braucht Bereitschaft und die Macht der Männer – und das gemeinsame Erarbeiten von neuen Rahmenbedingungen, die tatsächlich gleiche Chancen ermöglichen:

  1. Karrierehindernisse abbauen
  2. Privilegien hinterfragen und abbauen
  3. Diskussionskultur verbessern
  4. Wertschätzung für alle Geschlechter heben

Beispiele aus der Praxis und Einblicke ins Women Empowerment bei Coca-Cola HBC gab Anna Samek, Organisational Development Managerin. Klares Ziel: Bis 2025 sind 50 Prozent der Positionen im gehobenen Management weiblich besetzt. Bereits jetzt sind Frauen im gehobenen Management von Coca-Cola HBC gut vertreten: 44% der Top-Jobs haben aktuell Frauen inne bei einer Belegschaft von 70% Männer und 30% Frauen. Teilzeit-Führungskräfte gibt es sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern. Anna Samek unterstrich die wesentliche Rolle von Männern im Prozess und ging auch besonders auf den Bereich der Kommunikation ein: Women Empowerment ist im ganzen Unternehmen präsent und wird laufend thematisiert. Auch die männlich geprägte Sprache wurde analysiert – eine Veränderung braucht hier Zeit, v.a. in der gesprochenen Sprache. Zentral ist auch der Bereich Mindset & Culture, etwa durch Trainings im Bereich Unconscious Bias. „Commiting can be painful“, kurzfristig können Maßnahmen zu Women Empowerment schmerzen, langfristig sind die Effekte sehr positiv.

Das unterstreichen auch Sabine Leistentritt und Lisa Rumpler, die bei Wien Energie mit der „Taskforce Diversity“ zahlreiche Maßnahmen setzen: „Neues Arbeiten verlangt nach einem neuen Mindset – es braucht einen Kulturwandel.“ Der Umbruch in der Energiebranche macht Women Empowerment wichtiger denn je: Etablierte Berufsbilder ändern sich massiv, die Rollenbilder müssen sich mitbewegen. Technik ist nicht mehr nur Männersache, es ist aber eine große Herausforderung, die entstehenden Jobs weiblich zu besetzen. Hier müssen Job- und Berufsbilder völlig neu entwickelt werden. Bereits bei den Lehrlingen werden Aktivitäten gesetzt, um Frauen in „typische Männerberufe“ zu holen – und umgekehrt. Flexible Arbeitsmodelle sind bei Wien Energie gut verankert, Mobiles Arbeiten wird in vielen Bereichen gelebt. Und Stellen werden vermehrt als Teilzeitjobs ausgeschrieben, um attraktiver zu sein. Dazu eine aktuelle Studie: Die Ausschreibung von Teilzeitstellen führt zu mehr Bewerbungen von diversen Menschen.

Geschäftsführer Manuel Bräuhofer führte durch die Veranstaltung und moderierte den abschließenden Austausch. Beleuchtet wurde unter anderem das Thema Väterkarenz und wie man diese fördern kann – vor allem jenseits von Office und Betriebszentrale. Wir danken herzlich für Ihre zahlreichen Beiträge! Großes Interesse hatten die Teilnehmenden an Materialien und Literatur rund ums Thema Women Empowerment, die wir Ihnen gerne hier auflisten:

  1. Iris Bohnet: What works. Wie Verhaltensdesign die Gleichstellung revolutionieren kann.
  2. Die Arbeiten der australischen Forscherin Raewyn Connell rund um die „Patriarchale Dividende“.
  3. Das Handbuch für Gleichstellung in Unternehmen der MA 57 – Frauenabteilung der Stadt Wien
  4. Unser Video zu Gender-Phänomenen geht in den nächsten Tagen auf unserem YouTube-Kanal online. Werfen Sie gerne jetzt schon einen Blick auf andere Einblicke in unsere E-Learnings.

Wir freuen uns auf mehr Austausch bei unserem nächsten Diversity Breakfast am 13. Oktober 2021 zum Thema „Ganzheitliches Diversity Management & die vergessenen Dimensionen“ und laden Sie herzlich ein: Die Anmeldung ist ab sofort möglich. Melden Sie sich bitte direkt hier unten für unseren Newsletter an, dann erinnern wir Sie auch an alle kommenden Breakfast-Termine.

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